SPD Hemsbach

 

Festakt im Bistro Max

„Eine lebendige und kritische Partei feiert Geburtstag“

(bn) Am vergangenen Samstag feierten die Hemsbacher Sozialdemokraten ihren 125-Jährigen Geburtstag in der Kulturbühne Max. Der Ortsvereinsvorsitzende konnte zahlreiche Mitglieder des Ortsvereins, Sozialdemokraten aus Nachbargemeinden, Vertreter Hemsbacher Vereine und Parteien begrüßen. Gäste waren aber auch der Bundespolitiker Lothar Binding, die beiden Abgeordneten aus dem Stuttgarter Landtag, Gerhard Kleinböck und Thomas Funk und der Ehrengast und Bundespolitiker a. D.  Franz Müntefering.  

       

Bürgermeister Jürgen Kirchner würdigte die sozialdemokratische Arbeit und deren Erfolge und Verdienste in den 150 Jahren seit Bestehen der ältesten Partei Deutschlands. Für den Rathauschef war es besonders wichtig, sich beim Ortsverein der SPD zu bedanken, hat sie in den 125 Jahren seit ihrer Gründung „maßgeblich und konstruktiv an der Entwicklung unserer Stadt mitgewirkt und sie mit gestaltet “. Die Leistungen der Hemsbacher SPD beschrieb Kirchner mit den Worten: „Sie haben hier in Hemsbach eine außerordentlich politische Kultur gepflegt und tun dies immer noch“. Ob bei der Bildungspolitik, bei der Bürgerbeteiligung oder für das Eintreten bei der Integration von Flüchtlingen in den 90er Jahren, die Sozialdemokraten, eine lebendige und kritische Partei, haben großen Anteil am Gelingen vieler Projekte.

Für den Bundestagsabgeordneten Lothar Binding ist der Ortsverein einer der lebendigsten Vereine an der Bergstraße. „Ich bin gerne hier, denn ich weiß, wie schön es bei den Hemsbachern ist“. Dass der Ortsverein Hemsbach mit gestaltet hat, wie Bürgermeister Kirchner es formulierte, ist für Binding historisch bedingt: „Wäre nicht vor 150 Jahren die Sozialdemokratie gegründet worden, wäre die politische Landschaft auch in Hemsbach ärmer“. Binding reflektierte die Errungenschaften für die Menschen, die von der SPD erreicht wurden. So sind das Frauenwahlrecht und die Einführung des 8-Stunden-Arbeitstages nur zwei Beispiele von hoher Bedeutung für den Einsatz der Partei für die soziale Gerechtigkeit und für das Gemeinwesen.

Die Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck und Thomas Funk überbrachten die Grüße und Glückwünsche aus Stuttgart und Funk, auch SPD-Kreisvorsitzender, ergänzte um die Wünsche des Kreisvorstandes. Beide Landespolitiker zeigten sich stolz auf den Hemsbacher Ortsverein, der sich in Ort und Kreis, auch in schwierigen Zeiten und Situationen für die Verbesserung der Lebensqualität einsetzt. Kleinböck und Funk gingen auf die bevorstehenden Wahlen in Kommune, Kreis und Europa ein. Sie forderten die Menschen auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und die SPD zu wählen, damit die Politik in „guten Händen“ bleibt.

  

Der Bundespolitiker a. D. Franz Müntefering war in seiner aktiven „Dienstzeit“ beinahe alles, was eine Partei an Ämtern zu vergeben hat. German Braun beschrieb in seiner Begrüßungsrede Müntefering als eine „ganz besondere Persönlichkeit der deutschen Sozialdemokratie“. Er war 38 Jahre Abgeordneter des Deutschen Bundestages, Sprecher seiner Bundestagsfraktion, Minister und Parteivorsitzender. „Büchernarr“ Braun freute sich über eine Aufforderung des Privatmannes Müntefering, die seinen Interessen sehr nahe kommt: „Lest! Lesen ist eine Voraussetzung für das richtige Handeln“. Lesen und Kommunizieren war auch ein wichtiges Thema in seinem Vortrag: „125 Jahre SPD Hemsbach – die sozialdemokratische Idee bleibt aktuell“. In  seinem Abriss der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie würdigte er die Arbeit der Gründer Lassalle und Bebel, ohne die mit ihrer Standhaftigkeit und ihrem persönlichen Einsatz viele Errungenschaften nicht oder vielleicht später erreicht worden wären. Getreu seinem Ausspruch: „Das Leben nehmen wie es ist – aber man muss es nicht so lassen“, motiviert er heute noch junge Menschen, sich in die Gesellschaft einzubringen und mitzuhelfen, im Großen und Kleinen Verbesserungen der Lebensqualität zu erreichen. Auch heute gilt für den aufrechten Politiker „Münte“, wie er liebevoll genannt wird, „Einigkeit macht stark – eine alte Idee, die auch heute noch Zukunft hat“.

Für Müntefering, dem Urgestein deutscher Sozialdemokratie, ist das persönliche Gespräch wichtig. Ein gutes Beispiel ist für ihn die eigene Partei. Es wird viel und kontrovers diskutiert: „Das ist gut so, denn das hält die Partei letztendlich zusammen und lebendig“. Auch nach außen muss kommuniziert werden, denn die Infoflut „erschlägt uns alle“, daher „ist das klärende Gespräch durch nichts zu ersetzen“. Müntefering, von vielen als glaubwürdiger Politiker geschätzt, der gern seinen Sauerländer Ursprung hervorhebt, ist ein Lesefan. Lesen und Bildung, das gehört für ihn zusammen. Wurden früher Bücher in einer Auflage von 50 bis 100 Stück gedruckt, bereitet heute die Beschaffung eines Buches keine Schwierigkeit. Im späten 19. Jahrhundert, zu der Zeit als die Arbeiter für Bildung kämpften, entstanden Arbeitsgruppen: von zehn Arbeitern drehten neun die Zigarren und einer las vor. Eine Form der Informationsweitergabe und Bildung, die heute so nicht mehr denkbar ist.

    

Müntefering ist Europäer. Er spricht sich klar für ein Europa aus, in dem Demokratie und Selbstbestimmung gelebt wird, das die Herausforderungen der Zukunft meistern kann und in dem die Menschenrechte Gültigkeit haben. Bisher sei dies recht gut gelungen, ist Müntefering sicher. Dagegen hat für ihn die Politik in der Finanzwirtschaft versagt: „Die Politik hat es nicht geschafft, das Primat der Banken zu verhindern“. Die SPD, so Müntefering, will nicht, dass das Geld mit der Welt macht, was es will, das ist nicht das Ziel der Sozialdemokraten. Und weiter: „Wir müssen verhindern, dass das Kapital die Demokratie kaputtmacht“.

 

Lesen war ein oft gebrauchtes Wort an diesem Abend. So empfahlen nicht nur Vorsitzender Braun und die Gastredner, sondern auch Franz Müntefering, die Festschrift des Ortsvereins zum 125-Jährigen Jubiläum als Lektüre. Die als gelungen gelobte Schrift soll die Erinnerung an die wechselvolle Geschichte der Partei wach halten. Für die Erstellung waren Professor Dr. Rudolf Büttner, Sylvia Büttner, Bodo Nakoinz und Fredy Busse als Autoren und Gestalter verantwortlich.

 

Eine besondere Überraschung hatte die SPD für Bodo Nakoinz vorbereitet. Für seine Arbeit im Vorstand seit beinahe 40 Jahren wurde ihm die Willy-Brandt-Medaille verliehen. Diese selten vergebene Gedenkmünze erhalten Mitglieder, die sich in besonderer Weise um die Sozialdemokratie verdient gemacht haben. Es ist die höchste Auszeichnung, die die Partei an Mitglieder vergibt. Aus den Händen vom Kreisvorsitzenden Thomas Funk konnte Nakoinz die Medaille entgegennehmen.

  

Das musikalische Rahmenprogramm des Abends wurde von den Damen des Gospelchors Germania sowie Hiltrud Sanchez mit Sylvia Büttner und Gerhard Winkenbach gestaltet. Für den Gospelchor war es, so die Vorsitzende Petra Baumann, ein besonderes Anliegen, mit ihren Beiträgen diese Jubiläumsveranstaltung zu bereichern. Die Germania hat die gleichen Wurzeln wie die SPD und wird auch in diesem Jahr den 125. Geburtstag feiern können. Die  35 Sängerinnen unter der Leitung von Penny Bauer begeisterten die Gäste und mit ihrem Lied: „Die Gedanken sind frei“ vergrößerte sich der Chor um die etwa 100 Festgäste.

  

 

Hiltrud Sanchez mit ihrer ausdrucksstarken Stimme wurde bei ihren Liedvorträgen von Sylvia Büttner mit der Klarinette und Gerhard Winkenbach mit der Gitarre begleitet. Mit dem Bertolt –Brecht-Lied von der Einheitsfront wurden die Genossinnen und Genossen an ihre Entstehungsgeschichte erinnert: „Reih´ dich ein in die Arbeitereinheitsfront, weil du auch ein Arbeiter bist“.

  

 

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Bilder Nakoinz/Höhnle/Sanchez

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