SPD Hemsbach: Ortsbegehung des Schulgeländes mit MdL Gerhard Kleinböck

Veröffentlicht am 13.05.2014 in Aktuelles

Wohin entwickelt sich die Schullandschaft in Hemsbach? Zu diesem höchst aktuellen Thema hatten die Kandidaten der Hemsbacher SPD zu einer Ortsbegehung des Bildungszentrums (BIZ) eingeladen. Stadträtin Beate Adler stellte einführend die Ergebnisse der jüngsten Studie zur Entwicklung der Schulen vor, die der Schulverband in Auftrag gegeben hatte. Laut Ergebnis des Schulmoderationsprozesses sollte die Schiller-Werkrealschule zu einer Gemeinschaftsschule werden, Realschule und Gymnasium unverändert daneben bestehen bleiben.
Die nun vorliegende Studie ergab jedoch, dass die zukünftige Entwicklung der Schülerzahlen auf Dauer nur noch sechs anstatt sieben Eingangsklassen erlaubt, wovon drei unverändert auf das Gymnasium entfallen würden. Demnach hätte eine der beiden anderen Schulen auf Dauer zu wenig Schüler. Die Schullandschaft in Hemsbach wird sich also zu einem Zweisäulen-Modell entwickeln müssen. Erklärtes Ziel der SPD in Hemsbach ist es, weiterhin alle drei Schulabschlüsse hier vor Ort zu ermöglichen.
Hier übernahm Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck. Er sagte Hemsbach seine Unterstützung bei der Entwicklung zu einer modernen Bildungslandschaft zu. Die Gemeinschaftsschule biete Chancengleichheit für alle Kinder. Dies zeige sich auch bei der letzten verbliebenen Gesamtschule der Region in Mannheim. Dort hatten 40 % der Abiturienten ursprünglich eine Hauptschulempfehlung. Daran lasse sich zeigen, dass ein gemeinsames Lernen bestmögliche Abschlüsse für die Kinder bedeutet. Kleinböck sieht in der Gemeinschaftsschule auch den sehr sinnvollen Nebeneffekt, dass wieder die Möglichkeit geschaffen wird, das Abitur nach neun Schuljahren zu erlangen.
German Braun vermisst seitens der Landesregierung klarere bildungspolitische Vorgaben, die es der Politik vor Ort erlaubt, über das Schulangebot in den Städten und Gemeinden zu entscheiden. „Diese Entscheidung alleine den Zufälligkeiten von Schulkonferenzen zu überlassen, wird dieser wichtigen Aufgabe nicht gerecht“, kritisiert der Vorsitzende der Hemsbacher SPD.
Auf die Nachfrage besorgter Eltern nach der Streichung von Lehrerstellen in den nächsten Jahren entgegnete Gerhard Kleinböck, dass nur die Hälfte der durch den Schülerrückgang überzählig gewordenen Lehrerstellen auch tatsächlich nicht neu besetzt würde. Er erläuterte, dass von der grün-roten Landesregierung auch „heiße Eisen“ angepackt werden müssten, die die alte Regierung tatenlos auf sich habe zukommen sehen. Das sensible Thema verlange aber auch ein behutsames Vorgehen und einen langen Atem.
In Hemsbach, zeigt sich German Braun überzeugt, wird die Entwicklung sehr deutlich in Richtung Gemeinschaftsschule gehen, auch wenn es hier leider noch ideologische Vorbehalte aus den konservativen Reihen gebe. Das herausragende Engagement, mit der die Rektorin und die Lehrer/-innen der Schillerschule für diese Schulform eintreten, habe ihn in dieser Meinung bestärkt. „Was da von Lehrern und Schülern am Tag der offenen Tür vermittelt worden ist, hat mich beeindruckt und war sehr überzeugend“, erklärt Braun.
Mit den Bildungsangeboten in Hemsbach wird sich der neue Gemeinderat auf der Grundlage des Ergebnisses des Moderationsprozesses und der aktuellen demografischen Zahlen noch einige Zeit sehr ernsthaft und sehr intensiv befassen müssen, fasste Beate Adler zusammen. „Das können die Kinder aber auch von uns erwarten“, sieht sich Adler in der Pflicht.

 
 

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