Wie soll mehr Qualität in Schulen bei steigenden Schülerzahlen und sinkenden Lehrerzahlen gelingen

Veröffentlicht am 04.10.2016 in Landtagsfraktion

Der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Gerhard Kleinböck MdL zeigt sich entsetzt angesichts der bekannt gewordenen Planungen des Kultusministeriums, zum Schuljahr 2017/18 441 Lehrerstellen im Land streichen zu wollen. Für ihn ist klar, dass bei der Bildung und somit bei den Lehrerstellen nicht gespart werden darf.

Nach den VERA8-Ergebnissen kündigte Ministerin Eisenmann vollmundig eine Schulqualitätsoffensive an. Die Stellenstreichungen stehen diesem Ziel jedoch massiv entgegen, so Kleinböck.

„Wie soll der qualitative Ausbau im Ganztagsbereich, wie soll Inklusion gelingen, wenn bei weiter steigenden Schülerzahlen weniger Lehrer im System sind?“

Erst Anfang September habe die Ministerin noch die geschaffenen Neustellen (111 Neustellen Gymnasium, 320 Neustellen Grundschulen, 109 Neustellen Realschule) als „Schlüssel zu einer qualitativ erfolgreichen Bildungspolitik“ gepriesen und betont, Grün-Schwarz habe „damit auf die gesellschaftlich bedingten Entwicklungen gut reagiert“. Nicht mal vier Wochen später kassiert sie diese wieder ein: „Qualität sieht anders aus, auch bei der Kommunikation“, so der SPD-Bildungsexperte.

Kleinböck spricht sich deutlich gegen die angekündigten Kürzungen aus, sieht aber Befürchtungen bestätigt, dass die Umsetzung zu massiven qualitativen Einbußen bei der weiteren Umsetzung von Inklusion und Gemeinschaftsschulen führen wird.

Hier sei auch der grüne Ministerpräsident Kretschmann in der Pflicht, der im März 2016 wahlkampfwirksam bei der GEW vor 360 Delegierten aus ganz Baden-Württemberg verkündete, auch in Zukunft weiter in Bildung investieren zu wollen. Jetzt zeige er sein wahres Gesicht, wenn er gemeinsam mit seiner Landtagsfraktion, die den Sparauflagen der grünen Finanzministerin Edith Sitzmann in der Bildungspolitik „sehr wohlwollend gegenüber“ steht, hier das Kürzungsbeil anlegt.

Die SPD-Landtagsfraktion fordert die Ministerin auf, erst einmal ihre dringlichen Hausaufgaben zu machen und den Pflichtunterricht an allen baden-württembergischen Schulen abzusichern, was an vielen Schulen im Land derzeit nicht gewährleistet ist.

 
 

Homepage Gerhard Kleinböck MdL