Die Gemeinderäte der Verbandsgemeinden Hemsbach, Laudenbach und Weinheim wurden
am 01. Juli in einer nichtöffentlichen Sitzung von den Verwaltungen über den aktuellen
Stand der Schulentwicklung informiert. Die SPD-Fraktion bedauert, dass die Informationen
zu diesem zentralen Thema in einer nichtöffentlichen Sitzung gegeben wurden, ohne
unmittelbar danach die Bevölkerung in einer gleich gearteten Veranstaltung umfassend zu
informieren. Die Verwaltung hat sich dadurch die Möglichkeit genommen, das Thema
sachlich, auf der Grundlage der ermittelten Datenlage in die Öffentlichkeit zu tragen.
Stattdessen hat sich nunmehr der erwartbare Widerstand gegen eine mögliche Schließung
der Realschule aufgebaut.
Für die Sozialdemokratie hat Bildung bzw. Bildungsgerechtigkeit schon immer einen sehr
hohen Stellenwert. SPD-Gemeinderatsfraktion und OV-Vorstand werden sich daher
engagiert mit den Fragen der künftigen Schulentwicklung für Hemsbach ideologiefrei
befassen. Denn dabei muss auch die mittel- und langfristige Entwicklung der Schülerzahlen
und die Frage der Finanzierung eines Neubaus gesehen werden. Maßgeblich wird dabei sein,
dass in Hemsbach weiterhin alle drei Abschlüsse, der Hauptschul- und der
Realschulabschluss sowie das Abitur möglich sind.
Durch die aktuellen Äußerungen zum Erhalt der Realschule wird das komplexe Thema der
weiterführenden Schulen im Schulverband Nördliche Badische Bergstraße auf den
Einzelaspekt „Realschule“ reduziert. In der Gesamtheit betrachtet geht es aber um den
Fortbestand aller weiterführenden Schulen in Hemsbach.
Die SPD-Fraktion ist von der möglichen Schließung der Realschule nicht begeistert. Wenn das
aber die einzige Möglichkeit wäre, langfristig das Gymnasium und die Gemeinschaftsschule
und damit alle Schulabschlüsse am Ort zu halten, stimmt die SPD den Planungen für einen
Neubau auf dem Gelände der Schillerschule zu.
Der SPD-Fraktion ist bewusst, dass vor der Realisierung des Vorhabens noch viele Fragen zu
klären sind. Die Verbandsgemeinden des Schulverbands sind erst am Anfang eines sehr
komplexen Planungsverfahrens. In den vergangenen Jahren wurden Alternativen geprüft,
die aus unterschiedlichen Gründen nicht weiterverfolgt wurden. So kommt ein Festhalten
am gegenwärtigen Standort mit Generalsanierung schon wegen der bekannten
Altlastenproblematik nicht in Frage. Ein Neubau im Bereich der verlängerten Berliner Straße
wird sich aus ökologischen Gründen und wegen der sehr hohen Kosten nur sehr schwer
begründen lassen.
Die SPD-Fraktion sieht in dem Planungsentwurf, wie er jetzt auf dem Tisch liegt, den
gangbarsten Weg, zur Sicherung des Schulstandorts Hemsbach.
Die SPD-Fraktion erwartet, dass die Verwaltung zügig die Versachlichung der Diskussion
herbeiführt, die Öffentlichkeit umfassend informiert und in den Entscheidungsprozess
einbezieht. Dazu sollte eine Chronologie der vergangenen Entscheidungen erstellt und
veröffentlicht werden. Ziel muss sein, zu einem breiten Konsens mit der Bürgerschaft zu
kommen.